Horror | Rezensionen

Purcell, Laura – Die stillen Gefährten

4. Dezember 2021

Allgemeines

Titel: Die stillen Gefährten
Verlag: Festa
Autor*in: Laura Purcell
Meine Genre-Einordnung: viktorianische Geistergeschichte, Grusel, Spannung
Seitenzahl: 448 Seiten
Kapitel:
Perspektive: Personaler Erzähler aus Elsies Sicht, Ich-Erzähler aus Annes Sicht
ISBN: 978-3-86552-878-0
Preis: 22,99€

Allgemeine Meinung

Herzensbuch

Danke an den Festa Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

 

Rezension

Klappentext:

Einige Türen sind aus einem bestimmten Grund verschlossen …

England, 1866: Als Elsie den reichen Erben Rupert Bainbridge heiratet, glaubt sie, nun ein Leben im Luxus vor sich zu haben. Doch nur wenige Wochen nach ihrer Hochzeit ist sie bereits verwitwet. Und dazu schwanger.
Elsie bezieht das alte Landgut ihres verstorbenen Mannes. Da ihre neuen Diener ihr gegenüber äußerst reserviert sind, hat Elsie nur die ungeschickte Cousine ihres Mannes zur Gesellschaft.
Zumindest glaubt sie das. Doch in ihrem neuen Zuhause existiert ein verschlossener Raum. Als sich dessen Tür für sie öffnet, findet sie ein 200 Jahre altes Tagebuch und eine beunruhigende, lebensgroße Holzfigur – eine stille Gefährtin …

***

Was ich über dieses Buch auf jeden Fall sagen kann ist, dass es mich komplett überrascht hat.

Zu Anfang muss ich ehrlich gestehen, dass ich verwirrt war von den vielen Figuren und dass man direkt in die Handlung geschmissen wird. Vor allem die Beziehung von Mrs Bainbridge und Miss Bainbridge war mir am Anfang nicht klar, was es mir sehr schwer gemacht hat, die beiden auseinanderzuhalten, beziehungsweise einzuordnen. Doch mit voranschreiten der Geschichte konnte ich mich immer besser einfinden. In die Zeit, die Handlung und die Charaktere. Vor allem den Schreibstil habe ich sehr gemocht, da er es ermöglicht, ganz in die damalige Zeit einzutauchen. Auch der Gruselfaktor wurde dadurch deutlich erhöht, zwischendurch hatte ich echt Puls beim lesen.

Wir erleben die Geschichte aus zwei Sichten und in drei unterschiedlichen Zeitsträngen, was es gerade am Anfang schwer gemacht hat, der eigentlichen Handlung zu folgen. Wir erleben die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Vergangenheit wird uns erzählt durch die Mutter des verstorbenen Ehemanns von Elsie, die Gegenwart und die Zukunft erleben wir durch Elsies Augen. Alles läuft ein wenig parallel zur Haupthandlung, sodass man immer nachvollziehen kann, was gerade passiert und wieso es passiert ist, ohne jedoch für den Fortgang der Handlung gespoilert zu werden.

Die Geschichte baut sich sehr langsam auf, zwischendurch dachte ich, dass jetzt schon mal etwas geschehen könnte. Und man wurde nicht enttäuscht, denn es häufen sich einige gruselige und wunderliche Ereignisse, bei denen man sich am Anfang gar nicht so viel denkt. Zudem wird man geschickt auf eine andere Fährte gelockt und der Twist, der sich ab dem letzten Drittel des Buches schon abzeichnet, findet seinen Höhepunkt am Ende und lässt einen mit einem unguten Gefühl und der Frage, was mit der Figur der Elsie am Ende noch geschehen wird zurück.
Dies ist jedoch keinesfalls als negativ anzusehen, ich bewundere viel mehr die Raffinität, mit der die Autorin ihre Geschichte gesponnen hat.

Immer weiter wird man in den Sog der Geschichte gezogen und etwa ab der Hälfte des Buches konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen, weil es unermesslich spannend wurde.

Das Ende hat mich am meisten überrascht, auch wenn es sich schon etwas abgezeichnet hat, wie bereits oben erwähnt. Die Charaktere waren zu jeder Zeit greifbar und dreidimensional, sodass man sie gut nachvollziehen und sich in sie hineinversetzen konnte.

Insgesamt hat mir die Geschichte super gut gefallen und sie hat den Lovelybooks Leserpreis auf jeden Fall verdient. Ich empfehle das Buch allen, die düstere Geistergeschichten lieben und sich gerne auf falsche Fährten locken lassen, um am Ende einen guten Plottwist lesen zu können.

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