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Jayawanth, Mounia – Nightsky full of promise

16. November 2021

Allgemeines

Titel: Nightsky full of promise
Verlag: Lyx
Autor*in: Mounia Jayawanth
Meine Genre-Einordnung: Romance, New Adult
Seitenzahl: 479 Seiten
Kapitel: 60 Kapitel
Perspektive: Ich-Erzähler aus der Sicht von Luke und Sydney
ISBN: 978-3-7363-1659-1
Preis: 12,90€

Allgemeine Meinung

Leider nichts für mich

Vielen Dank an Netgalley und den Lyx Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

 

Rezension

Okay, also wo fange ich an? Leider muss ich sagen, dass das Buch nicht mein Fall war. Ich bin mir auch sehr sicher warum. Das kann ich hoffentlich im Laufe der Rezension gut klarstellen.

Das Buch vereint die typischen Stilmittel des Genres Romance New Adult. Ein tragisches Ereignis sorgt dafür, dass zwei junge Menschen nicht zueinander finden können. Durch weitere Missverständnisse und Halbwahrheiten oder auch Lügen spinnt sich die Geschichte weiter zusammen, bis sie im letzten Drittel dann ihren Höhepunkt findet und die Protagonisten glücklich miteinander werden.

So weit, so gut.

Der Schreibstil ist einfach und leicht zu lesen, nicht besonders anspruchsvoll, aber auch nicht schlecht. Man kann sich jedenfalls gut in die Charaktere hineinversetzen.

Der Grundplot, um den es geht, ist recht simpel. Ein Mädchen, Sydney, und ein Junge, Luke, lernen sich auf der Abiparty kennen und es entwickelt sich ein zartes Pflänzchen Gefühle. Luke jedoch behauptet, ins Ausland zu müssen und schlägt vor, sich ein Jahr später an genau demselben Ort wieder zu treffen. Sydney willigt ein. Doch Luke erscheint nicht.

Daraufhin geht Sydney fünf Jahre lang jedes Jahr am gleichen Tag wieder zu diesem einen besonderen Ort, weil sie nicht von Luke loskommt. Und hier ist schon der erste Punkt, der mich gestört hat.

Ich konnte nicht nachvollziehen, wie sie nach einer kurzen Nacht und einem guten Gespräch schon dermaßen verliebt in einen Jungen war, der sie ein Jahr später sitzen gelassen hat. Man führt im Laufe seines Lebens eine Menge gute Gespräche und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Sydney in der ganzen Zeit kein einziges anderes auch nur halbwegs gutes Gespräch mit einem anderen Jungen geführt hat. Aber das kann man so dahingestellt lassen, sonst gäbe es schließlich keine Geschichte.

Fünf Jahre später trifft sie jedoch durch einen Zufall wieder auf Luke, doch der kann sich nicht erinnern.

Das ist der zweite Punkt, der mich stört. Er erinnert sich offensichtlich an nichts. Anstatt jedoch zu fragen und zu sagen, dass sie sich schon einmal getroffen haben, fängt sie an, zu trotzen und bestraft Luke für etwas, das er nicht mehr weiß. Ich fand dieses Verhalten durchaus ein wenig kindisch. Ja, Luke hat sie belogen. Doch sie macht ihm bis zum Schluss des Buches genauso etwas vor und als es tatsächlich endlich sinnvoll wäre, etwas zu sagen, glaubt sie, dass es nicht mehr wichtig ist.

Ich hatte während des Lesens leider nicht das Gefühl, in den Köpfen von 23-jährigen Menschen zu stecken, sondern eher in einer Teenagerdramödie gelandet zu sein.

Zudem bin ich durch eigene Erfahrungen sehr empfindlich geworden, was das Lügen in einer Beziehung angeht. Es ist niemals und in keinem Universum gut, eine Beziehung auf Lügen aufzubauen und das ist eigentlich etwas, das man mit 23 durchaus wissen sollte. Das war eigentlich ein Hauptgrund für mich, dass ich Sydney nicht mochte. Nicht nur, weil sie sich in vielen Punkten ziemlich kindisch aufführt, auch, weil sie irgendwie nicht so ganz begreift, wann es wichtig ist, einfach mal ehrlich zu sein.

Das Ende war erwartungsgemäß. Ein Happy End für die beiden und Luke bekommt sein Gedächtnis wieder, was mich natürlich gefreut hat. Zudem fand ich es dann doch etwas einfach gelöst, nach dem Aufbau der Geschichte hätte ich irgendwie etwas epischeres erwartet.

Alles in allem bin ich leider etwas enttäuscht. Durch den Klappentext und die Leseprobe hatte ich mir einen anderen Fortgang der Handlung erwartet, etwas, das vielleicht tiefer geht und nicht komplett auf Lügen aufbaut. Aber dann hätte es vermutlich keine Handlung mehr gegeben und kein ganzes Buch, wenn Sydney von Anfang an ehrlich gewesen wäre, anstatt Luke sofort zu verurteilen. Man sollte immer nachfragen, vor allem in solchen Fällen wie diesen und dass Sydney das nicht getan hat, sagt eigentlich schon einiges über ihren Charakter aus.

Dass sie so lange gewartet hat, okay. Meinetwegen. Nur weil ich es nicht machen würde, heißt es ja nicht, dass der Gedanke völlig abwegig ist. Aber dass sie, vor allem nach dieser langen Zeitspanne, nicht nachhakt sondern sofort wie ein kleines Kind mit dem Fuß aufstampft und mit Steinen um sich wirft, war mir wirklich ein Rätsel. Ich konnte es bis zum Schluss nicht nachvollziehen.

Insgesamt war das Buch leider nichts für mich. Es war nett, um es zwischendurch zu lesen, aber hat mich leider überhaupt nicht abholen können. Vielleicht ist aber auch diese Art von Drama einfach nichts mehr für mich. Es gab eine Zeit, da habe ich solche Romane verschlungen. Aber irgendwo haben sie mich abgehängt. Ich wünsche jedoch jedem, der es mit dem Buch versuchen möchte, schöne Lesestunden.

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