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Herman, Ryan – Die Unmöglichkeit, bei Tag die Liebe zu finden

21. Oktober 2021

Titel: Die Unmöglichkeit, bei Tag die Liebe zu finden
Verlag: Heyne
Autor*in: Ry Herman
Meine Genre-Einordnung: Romance, Vampir
Seitenzahl: 464 Seiten
Kapitel:
Perspektive: Personaler Erzähler aus Angelas und Chloes Sicht
ISBN: 978-3-453-42481-4
Preis: 15,00€ (TB)

Bild von Cover

Allgemeine Meinung

Leseempfehlung

Vielen Dank an den Heyne Verlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!

 

Rezension

Achtung, diese Rezension kann Spoiler enthalten!

Das erste, was ich zu diesem Buch loswerden will, bevor es losgeht mit dem Inhalt und meiner Rezension ist, dass mir definitiv eine Triggerwarnung gefehlt hat. Und zwar zu den Themen Selbstmordgedanken, toxische Beziehungen und evtl auch häusliche Gewalt. Vor allem das Thema Selbstmordgedanken hat mich unerwartet getroffen, denn Chloe denkt vor allem am Anfang des Buches sehr uneindrucksvoll darüber nach, wie es wäre, sich selbst umzubringen und wie sie das am besten anstellen kann. Gut begründet sind diese Gedanken in jedem Fall, ich hätte mir nur gewünscht, darauf vorbereitet zu sein.

So. Das wars auch schon an allgemeinem Gemeckere, lasst uns eintauchen in diese wunderschön tragische und dennoch liebevoll erzählte und befriedigende Geschichte.

Wir begleiten Angela und Chloe, die bald nach Anfang des Buches aufeinandertreffen. Chloe ist hin und weg von Angela, doch Angela hat ein Problem: Sie ist ein Vampir. Und auch, wenn sie sich meist halb aushungert, bevor sie jagen geht, kann sie das dennoch nie mit ihrem Gewissen vereinbaren, was sie mir sehr sympathisch gemacht hat. Denn wir haben hier nicht den klassischen selbstbewussten sexy Vampirtyp Frau sondern eine teilweise unsichere und liebevolle Frau, die nicht mehr möchte, als aufrichtig geliebt zu werden. Denn in ihrer vorherigen Beziehung mit Tess war vielleicht einiges gegeben, doch Liebe nur auf eine sehr verquere und toxische Art und Weise. Angela hing leider viel zu lange mit Tess zusammen, umso mehr hat mich dann das Ende erfreut.

Chloe und Angela lernen sich in einem Club kennen, nachdem Chloes Tante die Schnauze voll hat und die depressive Chloe aus dem Haus jagt. Angela hat sie eigentlich als ihr Opfer auserkoren, aber als sie erfährt, dass Chloe für ihre Mitbewohnerin arbeitet, rudert sie schnell zurück und möchte sie lieber kennenlernen, statt sie zu beißen und ihr Blut zu trinken. Schnell kommen die beiden sich näher und verlieben sich schließlich ineinander. Die Frage ist nun, ob Angela es schafft, ihren Vampirismus unter Kontrolle zu halten oder ob Chloe und sie daran zerbrechen werden. Das nehme ich euch nicht vorweg.

Mir haben beide Hauptprotagonisten sehr gut gefallen. Ich konnte die Handlungen von Chloe und Angela sehr gut nachvollziehen, außerdem haben die Charaktere den Lauf der Geschichte bestimmt, was ich sehr schön fand. Sie wirkten gut durchdacht, waren dreidimensional und wirklich spannende Charaktere. Beide machen Fehler, doch beide entwickeln sich und lernen, dass sie es wert sind, geliebt zu werden.

Die Geschichte selbst geht teilweise etwas schleppend voran, es gab nicht wirklich große Action. Zwischendrin erfährt man etwas über Angelas Vergangenheit, sie ist religiös erzogen worden und landete schließlich in einer toxischen Beziehung mit einer Frau, die sie dann in einen Vampir verwandelt hat. Doch Angela schafft es, sich aus dieser Beziehung zu lösen und findet zu Chloe. Das Ende war dann aber doch sehr actionreich und hat mir gut gefallen.

Zwischendurch gibt es einzelne Kapitel, die aus der Ich-Perspektive geschrieben sind. Sie beleuchten beispielsweise Chloes Tante oder ihren Mitbewohner.

Diese Geschichte ist kein klassisch kitschiger Liebesroman, sondern erzählt die Geschichte von zwei Frauen, die vom Leben (oder Sterben) gebeutelt sind und versuchen, mit ihrer Vergangenheit zu schließen, um in die Zukunft sehen zu können.

Der Autor hat hier wirklich ein tolles Buch geschaffen, das sich vor allem abends sehr gut liest, bei einer Tasse Tee und eingekuschelt in eine Decke. Ich bin sehr gerne in die Geschichte von Angela und Chloe eingetaucht und werde die beiden vermissen.

Ich würde sogar wagen zu behaupten, dass auch Menschen, die nicht auf Vampirromane stehen, dieses Buch gefallen könnte, da der Vampirismus zwar natürlich eine wichtige Rolle spielt, jedoch nicht künstlich in den Vordergrund gedrängt ist. Stattdessen ist er eine Gegebenheit, mit der man eben umzugehen lernen muss.

Alles in allem ein sehr authentischer Roman, der sich leicht lesen lässt und mir (abgesehen von der fehlenden Triggerwarnung) sehr gefallen hat. Und keine Sorge. So düster, wie es in meiner Rezi am Anfang klingt, ist es nicht. Allerdings auch nicht so lustig, wie der Klappentext vermuten lässt. Gäbe es Vampire, würde ich diesen Roman glatt als realistisch empfinden.

Achso, und natürlich ist das Cover ein echter Blickfang, oder nicht? Macht sich sehr schick im Regal 😀

Lasst euch doch gerne von einer Leseprobe überzeugen. Ihr gelangt mit einem Klick zu einer PDF-Datei. Viel Spaß beim Lesen <3

Leseprobe “Die Unmöglichkeit, bei Tag die Liebe zu finden”

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